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Newsletter 5/2010 vom 05.08.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

etliche von Ihnen und von uns machen Urlaub, haben ihn noch vor oder schon hinter sich. Während die einen sich erholen können, befinden sich die anderen in existenzieller Not: in Russland inmitten von 7000 Feuern, in Pakistan inmitten einer Jahrhundertflut, in der Südküste Nordamerikas inmitten von ölverseuchtem Meerwasser und ölverschmutzten Mangrovensümpfen, in Peru inmitten einer Jahrhundertkälte. An vielen Orten der Erde haben Regierungen den Notstand ausgerufen. Menschen kämpfen um ihr Leben, um ihre Existenz. Und inmitten einer Loveparade genannten Party sterben 21 Menschen. Ist da Urlaub überhaupt möglich?

Urlaub dient der Erholung. Und das meint: Kraft schöpfen. Seine Batterien aufladen. Seine Ressourcen pflegen. Seine Widerstandsfähigkeit erhalten oder heraufsetzen. Natürlich muss man dazu auch mal abschalten, denn unter Dauerbeschuss mit Katastrophenmeldungen und Notständen kann das nicht wirklich gelingen. Doch das Abschalten, das Urlaubmachen, das Kraftschöpfen ist kein Selbstzweck, kein völliger Rückzug von der Welt, die man fortan sich selbst überlässt. Urlaub ist sinnvoll, wenn er hilft, sich auf den eigenen Sinn in der Welt zu besinnen, wenn sich in ihm Sinn erfahren und für den Alltag danach entfalten lässt.

Und was für einen Sinn ergibt die Kombination aus Urlaub hier und Notständen da? Entscheidend ist, sich nicht selbst, sondern den anderen der Nächste zu sein, die Bewahrung der Schöpfung voranzutreiben, die Gerechtigkeitsfrage zum Stachel im Fleisch der Mächtigen, Regierenden und Großbesitzenden zu machen. Um dafür Kraft zu schöpfen, ist der Urlaub gut und richtig. Um sich vom Kampf dafür auszuruhen, ist er wichtig. Und tut so gut.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Urlaubszeit und gelegentliche Auszeiten zum Kraftschöpfen!

Ihr Norbert Copray

PS: Kritisch, christlich, unabhängig – das sind die Merkmale von Publik-Forum. Das verlangt gerade in dieser Zeit ein unabhängiges Urteil über Vorgänge in Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Alle 14 Tage entscheidet die Redaktion über die Themen, die Art der Beiträge und die Kontroversen. Schwerpunkt der nächsten Ausgabe: »Kinder ohne Mitgefühl. Warum sie weder Schuld noch Reue kennen«. Wir laden Sie ein zum kostenlosen Probelesen der nächsten 3 Ausgaben.

 

Eugen Drewermann und Harald Pawlowski

Zwei Männer mit einer Botschaft

Was würde Jesus dazu sagen? Eine einfache Frage, die naiv erscheint und zugleich ins Zentrum einer Auseinandersetzung mit der christlichen Botschaft und mit aktuellen Ereignissen führt. Eugen Drewermann nutzt die Frage »Was würde Jesus dazu sagen?«, um die Botschaft Jesu nach dem Lukasevangelium in Bezug zu unserer Gegenwart zu setzen. Der renommierte tiefenpsychologisch orientierte Theologe und Priester fand dazu auf einer von Publik-Forum organisierten Veranstaltung auf dem Ökumenischen Kirchentag in München treffliche Worte, die die Zuhörer nicht nur in ihren Bann zogen, sondern auch begeisterte Zustimmung auslösten. Durch den Vortrag lässt sich entdecken, wie man der Frage »Was würde Jesus dazu sagen?« jegliche Naivität nehmen und sie für eine fundierte und inspirierende Suche nach einer christlichen Antwort auf heutige Fragen nutzen kann. Sie können den Vortrag kostenlos im Internet anschauen oder den einfachen Mitschnitt als DVD oder CD bestellen.

 

Der Gründer, langjährige Chefredakteur und Herausgeber von Publik-Forum, Harald Pawlowski, wurde im Februar 80 Jahre alt. Anlässlich seines Geburtstages gab es im März eine Matinee im Haus am Dom in Frankfurt am Main mit Dr. Franz Alt und Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ, moderiert von Doris Weber (Publik-Forum) über: »Sehen – Urteilen – Handeln: Was heißt das heute?« Mit vielen Beiträgen von Publik-Forum-Leserinnen und -Lesern, sowie Ansprachen von Richard Bähr (Geschäftsführer), Norbert Copray (Herausgeber), Wolfgang Kessler (Chefredakteur), Stefan Bär (Vorsitzender der Leserinitiative Publik e. V.). Die geistvolle, anregende und auch launige Veranstaltung können Sie als DVD im Publik-Forum Shop bestellen oder auch als Einzeltapes über unsere Homepage auf YouTube sehen.

 

Biblische Tagesimpulse

Einzigartiger ökumenischer Kalender

Der bundesweit einzige Taschenkalender mit einer täglichen Schriftlesung nach dem ökumenischen Bibelleseplan wird seit Jahren, sehr fundiert und schön gestaltet, von der »action 365« herausgebracht! Kurzkommentare von evangelischen und katholischen Laien und Theologen zu den täglichen Bibelstellen, Erklärungen zu Begriffen und Eigenheiten, 20-seitiger moderner Gebetsteil sowie farbige Meditationsseiten machen den Kalender zu einem besonderen Tagesbegleiter, der immer wieder zum Verweilen und zur Besinnung einlädt – überdies wie ein Kalender für Termine und Notizen genutzt werden kann. Mehr dazu unter http://www.action365.de/verlag/kalender.asp. Wenn Sie dort auf Info klicken, sehen Sie den Aufbau des Kalenders gut veranschaulicht.

 

Weltwirtschaftskrise

Hunger durch Spekulanten

Wenn es demnächst auf der Welt wieder Hungeraufstände gibt, dann haben die Spekulanten einen großen Anteil daran. Eigentlich wollten die Politiker nach der Finanzkrise die Spekulanten zähmen. Doch davon ist nichts zu spüren. Im Gegenteil. Sie spekulieren weiter wie vorher – nur ihre Anlageziele haben sich geändert. Und zu einem der wichtigsten Ziele sind Nahrungsmittel geworden.

Erst vor Kurzem blies Börsenguru Jim Rogers, der einst mit Superspekulant George Soros den berüchtigten Quantum Fund gründete, zur großen Jagd: »Wir werden in den nächsten Jahren eine sehr ernste Nahrungsmittelknappheit auf der ganzen Welt erleben, die Preise werden himmelwärts schießen.« Und sie sind schon unterwegs. Der Preis für Kakao hat sich seit 2007 fast verdoppelt, der für Kaffee ist um 29 Prozent gestiegen, jener für Weizen um 17 Prozent. Der Nahrungsmittelindex der Welternährungsorganisation FAO, der die Preisentwicklung wichtiger Agrargüter zusammenfasst, war bis Ende Juni auf 163 Punkte gestiegen. Er liegt damit nur um 15 Punkte unter jenen 191 Punkten aus dem Jahr 2008, in dem es in einigen Ländern des Südens Hungeraufstände gab.

Zwar werden weltweit Jahr für Jahr immer noch genügend Kalorien produziert, um auch eine wachsende Menschheit zu ernähren. Allerdings werden viele Nahrungsmittel zweckentfremdet. Ein gutes Drittel des Getreides wird an Tiere verfüttert – dadurch mutieren sieben Kalorien Getreide zu einer Edelkalorie Fleisch. Zudem werden immer mehr Nahrungsmittel zu Biosprit verarbeitet. Da die Menschheit weiter wächst, wird sich in die Nahrungsmittelknappheit zuspitzen.

Auf diese Zeit bereiten sich auch die Finanzinvestoren vor. Wie vor der Krise haben sie Finanzprodukte entwickelt, die vermeintliche Sicherheit mit einer hohen Rendite verbinden.

Das wichtigste dieser Produkte sind Colateralized Commodities Obligations (CCO). Dabei werden Optionen zum Kauf unterschiedlicher Nahrungsmittel zu einem »Produkt« verknüpft, sodass die Risiken verteilt und hohe Renditen gesichert werden können. Was so gut klingt, vergleichen manche Börsenbeobachter bereits mit den Ramschkrediten auf jenem Immobilienmarkt, dessen Zusammenbruch die Finanzkrise auslöste. Dennoch steht außer Zweifel, dass solche Finanzprodukte immer mehr Geld in die Spekulation mit Nahrungsmitteln treiben werden. Und allen Spekulanten ist eines gemeinsam: Sie wollen gar keine Nahrungsmittel, sie wollen nur von Preissteigerungen profitieren. Durch ihre Aktivitäten treiben sie jedoch die Handelspreise für Weizen oder Reis auf ein Niveau, das die Ärmsten der Armen nicht bezahlen können.

Seit Jahren fordern engagierte Experten wie der ehemalige UNO-Beauftragte für das Recht auf Ernährung, Jean Ziegler, die Spekulation mit Nahrungsmitteln als »unethisch« zu verbieten. Die Frage ist, wie vieler Hungeraufstände es noch bedarf, bis die Politik ein Stück Ethik gegen die Macht der Finanzwirtschaft durchsetzt. Wolfgang Kessler

 

Der Wert des Geldes

Eigenen Finanzmarkt nachhaltig einsetzen

»Lese gerade mit Begeisterung das neue Buch aus dem Verlag Publik-Forum. Sehr empfehlenswert! Denn hier werden zum einen sehr anschaulich und verständlich die Hintergründe der Finanzmarktkrise aufgezeigt und auch die Möglichkeiten für den Einzelnen, sein Geld ethisch einwandfrei anzulegen. Das Buch klärt auf und macht Mut« (Leserreaktion).


»Der Wirtschaftsjournalist Wolfgang Kessler analysiert die Gründe für den Zusammenbruch der Finanzmärkte. Ralf Becker und Antje Schneeweiß zeigen, dass lokal der Einzelne sein Geld nachhaltiger, sozialer und gerechter einsetzen kann. Das Buch ist daher ein wichtiger Impuls für eine bessere Zukunft nach der Krise« (aus: Impuls. Magazin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung).

Komplette Neuausgabe!

WOLFGANG KESSLER/ANTJE SCHNEEWEISS (HG.)
Geld und Gewissen
Was wir gegen den Crash tun können


192 Seiten, Publik-Forum Edition, 16,90 EUR, Bestell-Nr. 2909

Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Urlaubserinnerungen

Ort zum Sammeln und Aufbewahren

Sein eigenes Reisetagebuch anlegen in einem schön gestalteten, praktischen und handlichen Bändchen – das ist vor, während und nach dem Urlaub eine schöne Begleiterscheinung. Mit 80 linierten Seiten, einer großen Tasche und 8 weiteren Aufbewahrungsfächern im Innenteil machen Ihre »Reisenotizen« den Urlaub zu einer schönen Dauererinnerung.

Reisetagebuch »Reisenotizen«
mit Gummiband zum Verschließen, Ringbindung und stabilem Deckel. Format 13,5 x 17 cm.
Jetzt bestellen, solange der Vorrat reicht.

 

Globales Mobbing

Afrika beklagt rüdes Verhalten Europas

Der Kommissionspräsident der Afrikanischen Union, Jean Ping, warf dem Internationalen Staatsgerichtshof in Den Haag vor, den afrikanischen Kontinent zu »mobben«. Hintergrund ist das Vorgehen des Staatsgerichtshofs gegen afrikanische Präsidenten, insbesondere gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir. Gegen den Präsidenten gibt es einen Haftbefehl, der sich unter anderem auch auf die Anklage wegen Völkermords bezieht. Und obwohl 30 der 52 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union (AU) das Statut des Internationalen Staatsgerichtshofs unterzeichnet und sich rechtlich zur Zusammenarbeit mit dem Gericht verpflichtet haben, haben die beim AU-Treffen versammelten Staaten alle AU-Mitgliedsländer aufgefordert, die Verhaftung Al-Baschirs zu boykottieren.

Die afrikanischen Staatschefs behaupten, westliche Regierungen missbrauchten die Justizbehörde zu neokolonialen Einmischungsversuchen in die Belange afrikanischer Staaten. Hingegen macht die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai darauf aufmerksam, dass die Unterstützungsverweigerer ebenjene »sogenannten Führer« seien, »die die Menschenrechtsvergehen zu verantworten haben«. Daher schützen die afrikanischen Staatschefs nur einen der Ihren aus Sorge, selbst die nächsten Angeklagten zu sein, weil sie an schweren Vergehen beteiligt oder gar allein dafür verantwortlich sind.

Mit dem Vorwurf, einen ganzen Kontinent zu mobben, hat die Verwendung des Mobbingbegriffs nie da gewesene internationale Präsenz erhalten. Ursprünglich ein deutsches Kunstwort, das es bislang so im Englischen gar nicht gab, wird es jetzt sogar international gebräuchlich und auf einen ganzen Kontinent bezogen.

Der Vorgang zeigt zweierlei:

1. Verstecken sich solche, die selber Unrecht tun und Unfairness verbreiten, selbst gern hinter dem Vorwurf des Mobbings gegenüber der Gegenseite. Ein Macht- und Zuweisungsspiel, das selbst hierzulande Eingang in die Gerichtssäle findet. So können unfaire Akteure den Vorwurf umdrehen und sich zu Opfern stilisieren.

2. Es geht hier beim Vorwurf des kontinentalen Mobbings nicht um Mobbing im eigentliche Sinne, sondern die afrikanischen Präsidenten meinen unfaire Attacken im Sinne von Diskriminieren in verschärfter Form. Dazu passt auch, dass die Präsidenten dem Chefankläger des Staatsgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, »unerhört rüde und herablassende« Umgangsformen vorwarfen.

Wären die afrikanischen Präsidenten in ihren eigenen Ländern als Vorkämpfer von Fairness und Menschenrechten bekannt, wäre das glaubwürdig. So aber ist es nur der Missbrauch der Begrifflichkeit Mobbing zum Selbstschutz, hinter dem auch noch unfaire Handlungen und Menschenrechtsverletzungen versteckt werden. Norbert Copray

Zum Mobbing-Begriff: http://www.fairness-stiftung.de/Mobbing.htm 

 

Lektüre im Sommer

Das geht zu Herzen

Jetzt ist auch die Zeit für belletristische Bücher, die deswegen nicht fade oder nur unterhaltsam sein müssen. Sehr gute Qualität und tief bewegende Themen präsentiert die Auswahl an Romanen, Erzählungen und Marginalien, die unsere Versandbuchhandlung für Sie ausgewählt und zusammengestellt hat.

Schauen Sie doch einmal herein und entdecken Sie beim Stöbern, was Ihnen gefällt: Romane & Anderes

 

Übergänge

Körper, Geist und Seele

Körper, Geist und Seele stehen heute vielfach im Fokus: nicht nur beim Genießen von Speis und Trank, auch im Gesundheitsbereich, in der bunten Wellness-Welt, in der Freizeit, ja selbst bei Veranstaltungen der Erwachsenenbildung. Ganzheitliches Erleben ist gefragt. Die Autorinnen und Autoren des neuen Publik-Forum EXTRA spüren dem Wechselspiel dieser drei grundlegenden Aspekte menschlichen Daseins nach, aber auch der Kluft, die sich hin und wieder zwischen ihnen auftun kann. Ein gelungenes EXTRA, das sich hervorragend auch als Geschenk eignet!

 

Profil

Welche Rolle sollen Christen in der Politik spielen?

Zu dieser Fragen erbitten wir Ihr Votum.

Christen in der Politik – das spielt im Gegensatz zu Ländern wie den USA in unserer Gesellschaft eine eher untergeordnete Rolle. Ist das so gerade richtig, sollten Christen stärker Profil zeigen oder soll sich das Christsein eher persönlich und privat abspielen?

Unsere Umfrage läuft noch bis zum 10.08.2010 und wird anschließend in der neuen Ausgabe von Publik-Forum veröffentlicht. Wir sind gespannt auf Ihr Votum – die Umfrage steht links unter dem Menü.

 

Zornig und prophetisch

Wider die Verknüpfung von Sexualmoral und Kirchenmacht

Ein Bischof kritisiert und analysiert den weltweiten Sexual- und Machtmissbrauch in der katholischen Kirche. Und entwirft Perspektiven für eine jesuanisch geprägte Sexualmoral und Kirche.

»Der Australier, als Kind selbst missbraucht, stellt in seinem Buch kritische Anfragen an das Verhältnis von Sexualmoral und Macht in der Kirche. Ein besonderes Buch zur Jesus-Nachfolge: ehrlich, zornig, prophetisch« (Der Sonntag. Kirchenzeitung des Bistums Limburg).

Hans Küng zu diesem Buch:
»Ein Buch – in der gegenwärtigen Krise von trauriger Aktualität!«

BISCHOF GEOFFREY ROBINSON
Macht, Sexualität und die katholische Kirche
Eine notwendige Konfrontation


320 Seiten, Publik-Forum Edition, 18,90 EUR, Bestell-Nr. 2901

Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Geistvoller Impuls

Sommer im Garten

Gartenwanderung

Am frühen Morgen
einen Tautropfen
aus den Gräsern
pflücken

Am jungen Mittag
eine Rosenblüte
aus den Dornen
brechen

Am stillen Abend
ein Vogelzwitschern
um die Dächer
flüstern

In bergender Nacht
einen Fixstern
in den Himmel
träumen

Und das Leben
setzt
sich
fort.

© Jutta Schmidt

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verantwortlich für den Newsletter: Dr. Norbert Copray (nc; v.i.s.d.P.)

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Redaktionsschluss: 5.8.2010
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