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Newsletter 3/2010 vom 1.5.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Rede von den »schwarzen Schafen« ist Ihnen sicherlich vertraut. Sie kommt immer und in letzter Zeit öfter vor, wenn Unternehmen, Politiker, Pädagogen oder Priester bei unzulässigen Handlungen erwischt worden sind. Da geht es mal um unzulässige Werbeanrufe in Masse, um Tricks und Raffinesse beim Verkauf von Finanzprodukten, um Korruption in Unternehmen, sozialen und kirchlichen Organisationen, um zwielichtige Spenden, um sexuelle Übergriffe und physische Gewalt. Alles schwarze Schafe. Zu Deutsch: Das fällt im Vergleich zur jeweiligen Gesamtmenge an Unternehmen, Organisationen, Politikern, Pädagogen und Priestern nicht weiter ins Gewicht. So heißt es. So die Abwehrhaltung.

Doch wie sieht eine Herde hundert weißer Schafe aus, in der die schwarzen Schafe nicht mehr nur fünf, sondern fünfzehn, mitunter dreißig und mehr Prozent ausmachen? Es wird von Ferne betrachtet eine graue Herde, denn die schwarzen Schafe bilden ein massives Muster, das die Herde nicht mehr als unbefleckt erscheinen lässt. Fehlverhalten wird sehr gern individualisiert. Dabei tragen Strukturen, heimliche Spielregeln und Corpsgeist sowie entsprechende Seilschaften erheblich dazu bei, dass es schwarze Schafe gibt und dass sie sich länger in der Herde halten können. Die Rede von den schwarzen Schafen ist also ein Ablenkungsmanöver, das auch suggerieren soll, es seien nur sehr wenige, die in einer weißen Herde gar nicht auffallen. Man redet sich raus.

Denn tatsächlich hätten beizeiten die weißen Schafe dafür sorgen müssen, dass die schwarzen Schafe erkannt, gestellt und aus der Herde entfernt werden. Stattdessen schaffen es die schwarzen Schafe oftmals, dass weiße Schafe bedrängt und rausgedrängt werden. Die Selbstreinigungsprozesse der Herde sind schwach ausgeprägt, weil auch etliche weiße Schafe eher grau sind und weil manches weiße Fell ein schwarzes Fell versteckt. Und weil die weißen Schafe obendrein auch noch bieder sind. Da wäre es gut, wenn bisweilen ein paar gute Hirtenhunde für kritische Wahrnehmung und Ordnungsmaßnahmen sorgen würden und nicht selbst von schwarzen Schafen bestochen oder emotional erpresst wären. Und der Hirte? Der wird nicht mehr gebraucht, vor allem nicht, wenn er schwarze Schafe gewähren und ihre Winkelzüge vertuschen lässt. Jedes weißes Schaf muss selbst zum Hirten oder zur Hirtin werden – im Namen von Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe. Das Warten auf die Hirten ist jetzt vorbei.

Mit besten Grüßen
Norbert Copray
Herausgeber

PS: Kritisch, christlich, unabhängig – das sind die Merkmale von Publik-Forum. Das verlangt gerade in dieser Zeit, ein unabhängiges Urteil über Vorgänge in Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Alle 14 Tage entscheidet die Redaktion über die Themen, die Art der Beiträge und die Kontroversen. Wie ist Ihr Votum dabei? Hier finden Sie Überlegungen und Fragen der Redaktion, bei der uns einmal Ihre Einschätzung wichtig ist.

Bitte nehmen Sie sich wenige Minuten Zeit, um uns durch einfaches Anklicken mitzuteilen, wie Sie entscheiden würden. Als Dankeschön für Ihre Unterstützung erhalten Sie drei Ausgaben von Publik-Forum – frei Haus und gratis. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, Publik-Forum mit jederzeitigem Kündigungsrecht weiter zu lesen. Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Teilnahme am Kirchentagsfragebogen.

 

Ökumenischer Kirchentag 2010

Sich einmischen für die Zukunft von Gesellschaft und Kirche

Vom 12. bis 16. Mai 2010 findet in München der 2. Ökumenische Kirchentag statt. Die Leserinitiative Publik e. V. und Publik-Forum haben eine Reihe von Veranstaltungen vorbereitet, mit denen wir uns inhaltlich einmischen werden. Außerdem finden Sie Publik-Forum auf der »Medienmeile« im Messegelände (B3 M30) und in der Kirchentags-Buchhandlung (Halle B4). Die Leserinitiative Publik e. V. hat ihren Stand auf der »Agora« im Messegelände (A6 A11).

Im kommenden Publik-Forum 9/2010 (erscheint am 7. Mai) finden Sie einen sechsseitigen Veranstaltungsfahrplan zum ÖKT. Er ist Teil eines 16-Seiten Dossiers mit dem Titel: »HOFFENTLICH! Was der Kirchentag bewegen kann«. Dieses Dossier können Sie herausnehmen und in Ihre Tasche für München packen: handlich, übersichtlich, themenstark. Die Redaktion hat für Sie darin unter anderem eine Auswahl jener Veranstaltungen zusammengestellt, in denen die großen ethischen, sozialen und kirchenpolitischen Herausforderungen dieser Zeit diskutiert werden, ohne Vorgaben der Kirchenleitungen.

Gerne schicken wir Ihnen gegen eine Versandkostenbeteiligung von 2,50 EUR gedruckte Exemplare des ÖKT-Fahrplans zum Weitergeben. Wir schicken Ihnen den Sonderdruck dann am 7. Mai rechtzeitig zum Ökumenischen Kirchentag zu.

Bestellen Sie jetzt ein kostenloses Kirchentags-Probeabo. Sie erhalten dann drei Ausgaben von Publik-Forum zugeschickt, natürlich das Heft mit dem Veranstaltungsfahrplan und nach dem ÖKT die Ausgabe mit der Berichterstattung.

Ausführliche Infos zum Ökumenischen Kirchentag gibt es auch unter http://www.publik-forum.de/oekt

 

Innehalten im Alltag

Wie sich das Leben zeigt

HOFFENEine wunderschöne Kartenserie »Lebenszeichen – InneHALTungen im Alltag« mit sieben Karten hat die action 365 herausgebracht. Sie eignen sich für viele Gelegenheiten zur Korrespondenz. Themen sind Hoffnung, Glauben, Anderssein, Aufbrechen, Treuehalten, Glücklichsein, Ankommen, Gutsein. Beachten Sie bitte, dass die Farben der abgebildeten Karten am Monitor von den Farben der gedruckten Karten etwas abweichen können, wenn Sie hier die Karten betrachten und bestellen.

Die action 365 verschenkt die Klappkarte »HOFFEN« mit Umschlag und Porto. Sie schenken die Karte weiter an einen oder einige Ihrer Nächsten und senden Ihre persönlichen Hoffnungs-Gedanken.

Machen Sie mit, besuchen Sie den Stand der action 365 auf dem Ökumenischen Kirchentag und schreiben Sie Ihre Karte zum »HOFFEN«. Sie finden die action 365 mit ihrem Angebot auf dem Messegelände, Halle B4, Stand D30.

 

Ihr Votum zum Grundeinkommen

Ein revolutionärer Vorschlag steht zur Debatte

Sind Sie für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens? Das wollen wir gerne von Ihnen wissen. Und bitte Sie um Ihr Votum auf unserer Website. Gleich in der linken Spalte sehen Sie die Umfrage. Wir sind gespannt auf das Endergebnis.

Dazu bieten wir Ihnen ein preiswertes Verteil-Dossier mit allen wichtigen Informationen, Vorschläge, Vergleichen und Perspektiven an:

PUBLIK-FORUM DOSSIER
Ein Grund zum Leben
Die Vision eines Grundeinkommens für alle


Das Dossier, das Publik-Forum zusammen mit dem Netzwerk Grundeinkommen, der attac AG Genug für alle, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschland e. V. und dem Bundesvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend verantwortet, will die Diskussion anregen und verstärken.

16 Seiten, Preis zwischen 2,00 und 0,40 EUR; Bestell-Nr. 2901
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Geld und Gewissen

Was wir gegen den Crash tun können

Die Banken machen weiter wie bisher, die Spekulanten spekulieren weiter wie bisher, weltweit bildet sich bereits eine neue Geldschwemme – die Finanzmärkte sind offenbar mächtiger als die Politik. Doch was wäre eigentlich, wenn die Investoren und Sparer einfach selbst ethische Spielregeln auf den Finanzmärkten durchsetzen? Rund 6 200 Milliarden EUR haben Sparerinnen und Sparer auf ihren Bankkonten, Versicherungen und Häuser nicht mitgerechnet. Was wäre eigentlich, wenn ein großer Teil dieses Geldes in ethische Aktienfonds, in erneuerbare Energien, in ökologische Lebensversicherungen, in Investitionen in einer faire Welt oder auf jenen Banken angelegt würde, die sich nicht an Spekulationen beteiligen, wohl aber an Investitionen in Arbeitsplätze, in Kindergärten und Schulen, in Biohöfe, in Umweltschutz oder in die Obdachlosenarbeit?

Die Antwort: Dann würde Geld wieder den Menschen dienen und nicht die Menschen dem Geld. Und wenn dann noch die Politik wirklich die Finanzmärkte regulieren und mit einer Finanzmarktsteuer entschleunigen würde, dann wäre die Finanzwelt gerecht und eine Finanzkrise unwahrscheinlicher. Alle fragen natürlich, welche ethischen Aktienfonds es gibt, welche Öko-Lebensversicherungen, welche Alternativbanken und welche politischen Schritte aus der Finanzkrise führen. Das beschreiben Antje Schneeweiß, Expertin für ethische Geldanlagen bei Südwind, und Wolfgang Kessler, ehemals Internationaler Währungsfonds und heute Chefredakteur von Publik-Forum, in ihrem neuen Buch »Geld und Gewissen. Was wir gegen den Crash tun können«.

Komplette Neubearbeitung wegen Weltwirtschaftskrise:

WOLFGANG KESSLER / ANTJE SCHNEEWEISS (HG.):
Geld und Gewissen
Was wir gegen den Crash tun können


Die beiden Experten klären verständlich über den Finanzmarkt und seine Fallen für Sparer und Anleger auf. Sie zeigen die notwendigen Veränderungen auf, damit der Finanzmarkt wirklich zum Dienstleister für zukunftsfähige Gesellschaften wird.

192 Seiten, Publik-Forum Edition; 16,90 EUR, Bestell-Nr. 2909
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

10 Jahre Fairness-Stiftung

Sie sind eingeladen!

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Mit der diesjährigen Vergabe des Deutschen Fairness-Preises, der Vergabe von drei Fairness-Initiativpreisen sowie mit dem Internationalen Fairness-Forum 2010 begeht die Fairness-Stiftung zugleich ihr zehnjähriges Bestehen. Den Deutschen Fairness Preis erhält der weltweit renommierte Fairness-Forscher und Verhaltensökonom Prof. Dr. Ernst Fehr (Universität Zürich). Die Fairness-Inititativpreise gehen an abgeordnetenwatch.de, foodwatch.de und irrsinnig-menschlich.de. Beim Fairness-Forum hält Prof. Dr. Dr. Hans-Jürgen Papier, von 2002 bis 2010 Präsident des Bundesverfassungsgerichts, die Festrede über »Fairness als Grundwert und Grundsatz unserer Gesellschaft«.

Wenn Sie zu diesen Veranstaltungen am 30.10.2010 bei kostenfreiem Eintritt und Büffet eingeladen werden wollen, dann schicken Sie Ihre Kontaktdaten an die Fairness-Stiftung, sofern Sie das noch nicht getan haben. Die Daten werden ausschließlich zu dem genannten Zweck verwendet und auf keinen Fall weitergeleitet oder gar verkauft.

 

Neue Ministerin in Niedersachsen

Aufruhr gegen eine kluge Perspektive

Die neue niedersächsische Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) hat schon den ersten Sturm hinter sich. Sie machte in einem Interview aus ihrem Denken keinen Hehl und sprach sich für die Entfernung der Kreuze aus staatlichen Schulen aus. In CDU und CSU bebte es. Kurz. Dann glättet Ministerpräsident Christian Wulff die Wogen: alles ein Missverständnis; Frau Özkan kenne das niedersächsische Schulgesetz noch nicht, dem zufolge es der jeweiligen Schule freigestellt ist, Kreuze auf- oder abzuhängen. Dem bisherigen Mitglied der Bürgerschaft Hamburg und bislang dortigen stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden kann man noch keine vielfältige politische Erfahrung nachsagen, geschweige denn eine genaue Kenntnis der CDU-internen Macht- und Strömungsverhältnisse. Bislang erzielte die türkischstämmige Özkan ihr Einkommen beim Paketdienst TNT, dem Konkurrenten der Posttochter DHL. Sie selbst bezeichnet sich nicht als strenggläubig, sie begeht mit ihrer Familie zwar die muslimischen Feiertage, aber auch das christliche Weihnachtsfest.

Ihre Äußerung, Kreuze ebenso wie Kopftücher in deutschen Schulen nicht zu dulden, provoziert nun auf allen Seiten die Traditionalisten, die Orthodoxen und die Fundamentalisten – und diejenigen, die das Christentum gern als kulturelles Bollwerk gegen alles andere gebrauchen. Das Kreuz sei ein Zeichen für christliche Werte, und die seien wichtig, hieß es. Für welche christlichen Werte? Spielen die wirklich eine Rolle – gar in der CDU/CSU? Eine Million illegale Mitbürger, die wie Sklaven unter uns leben müssen und nach Bedarf abgeschoben werden. Auch hochschwanger in Länder, die diese Frauen als entehrte Menschen verächtlich behandeln werden. Christliche Werte? Der Hilfe bedürfen die Schwachen, die bei Tempo und Ansprüchen nicht mitkommen. Doch die nächste Steuerreform begünstigt wieder einmal prozentual mehr die Starken als die Schwachen.

Wer die Situation zu Ende denkt, muss wissen: Wird bestimmten Bekenntnissen die Präsentation ihrer Glaubenssymbole in den Schulen erlaubt, muss man es im Endeffekt allen Bekenntnissen erlauben. Christliche Konfessionen zu bevorzugen passt nicht zu einer pluralistischen Gesellschaft, in der das Grundgesetz und nicht eine kirchliche Lehre die Plattform für Toleranz und Gleichbehandlung darstellt. Also müssten neben christlichen Symbolen ebenfalls muslimische, bald womöglich buddhistische, hinduistische und jüdische ihren Platz finden. Denn die Gesellschaft wird sich rasch weiter ausdifferenzieren und die Bekenntnisse immer pluralistischer werden. Und dann von jedem Bekenntnis Symbole, noch einmal verschiedene je nach konfessionellen Aufsplitterungen innerhalb der Bekenntnisse? Wer kann das wollen? Wer will, dass eines Tages alle Bekenntnisse Religionsunterricht in den Schulen abhalten? Wer kann wollen, dass alle Bekenntnisse und Konfessionen am Ende durch den Staat die Mitgliedsbeiträge eintreiben und gleich von der Lohnsteuer abziehen lassen dürfen?

Kluge Politik muss vom absehbaren Ende her denken. Das gilt für die Energie- und Atompolitik ebenso wie für den Kapitalmarkt. Das gilt für den Verbraucherschutz ebenso wie für die Schul- und Religionspolitik. Die Gleichberechtigung schafft Toleranz, nicht die Bevorzugung. Gleichberechtigung auf der Basis anerkannter Grundrechte und Pflichten. Damit mag es in islamischen Ländern noch schlechter bestellt sein, aber das darf uns nicht als Richtschnur dienen. Gleichberechtigung heißt dann aber auch: Symbole aller Bekenntnisse in die Schule oder alle gleichermaßen außen vor lassen. Es gibt Symbole, die übergreifend alles repräsentieren, worum es gerade einer Schulgemeinschaft gehen muss. Beispielsweise »den blauen Planeten«, die Menschheit inklusive, den es zu bewahren und zu pflegen gilt. Mit lauter bunten Kindern, die sich rund um den Erdball die Hand reichen. Das repräsentiert human-ökologische Werte für alle. Norbert Copray

 

Sex, Macht und Kirche

»Ein Buch von trauriger Aktualität«

Ein katholischer Bischof liest seiner Kirche die Leviten. Mit erstaunlichem Freimut und prophetischer Überzeugungskraft distanziert sich der australische Kirchenmann von der traditionellen Machtstruktur und der überkommenen Sexuallehre der katholischen Kirche. Ausgangspunkt seiner Konfrontation ist die Treue zur Person und Botschaft Jesu, die für ihn einen deutlich höheren Stellenwert hat als die überkommenen Lehrmeinungen. Sein Vorschlag der Erneuerung der Kirche ist grundlegend: sowohl spirituell als auch strukturell.

Nach seinem Rücktritt als Leiter der australischen bischöflichen Kommission zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs durch Kleriker erkannte er die Verstrickung von kirchlichen Instanzen bei der Vertuschung des skandalösen Missbrauchs. Robinson: »Ein krasserer Widerspruch zu allem, was Jesus Christus lehrte, ist schwer vorstellbar, und der tief greifende und dauerhafte Schaden für die Kirche ist kaum zu überschätzen.« Das Buch manifestiert einen Neuentwurf kirchlicher Jesus-Nachfolge. Prophetisch im besten Sinne: Kritik, Konfrontation und Aufbruch in die Zukunft. Publik-Forum gibt in enger Zusammenarbeit mit »Wir sind Kirche« im Mai 2010 die deutsche Übersetzung des Buches heraus.

»Ein Buch – in der gegenwärtigen Krise von trauriger Aktualität!« (Hans Küng)

Geoffrey Robinson, der Autor, Weihbischof in Sydney (Australien), ist ein katholischer Kirchenführer mit einer innerkirchlichen Courage, die nicht allzu häufig ist unter den Oberhirten in der katholischen Kirche. Ende 1960, knapp zwei Jahre vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, wurde er zum Priester geweiht. Der Theologe und Kirchenrechtler arbeitete als Gemeindeseelsorger und leitete die Kirchengerichte des Erzbistums Sydney. Viele Jahre lang war er mit dem Leiden katholischer Paare unter der rigiden kirchlichen Ehe- und Sexuallehre konfrontiert. Im kirchlichen Auftrag arbeitete Bischof Robinson die sexuellen Missbrauchsskandale in Australien auf. Geboren 1937 im Provinzstädtchen Richmond, kommt Robinson bereits als Junge in ein »Kleines Seminar« der Maristen-Schulbrüder. Dort wird er sexuell von einem Erwachsenen missbraucht, »nicht von einem Priester und nicht von einem Verwandten«, wie Robinson rund ein halbes Jahrhundert nach dem Verbrechen der Öffentlichkeit berichtet.

BISCHOF GEOFFREY ROBINSON
Macht, Sexualität und die katholische Kirche
Eine notwendige Konfrontation


320 Seiten, Publik-Forum Edition; 18,90 EUR, Bestell-Nr. 2901
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Geld oder Leben

Eine Frage mit Hintersinn

Kann sich ein »Magazin für Spiritualität und Lebenskunst« mit Geld befassen? Unser EXTRA tut das und liefert mit seiner neuesten Ausgabe besinnliche, analytische und erzählerische Beiträge rund ums Geld und seine Bedeutung für oder gegen das Leben. EXTRA-Zeit ist Besinnungszeit, um dem auf den Grund zu gehen, was für uns existenziell wichtig ist, und seine Orientierung zu eichen.

Geld oder Leben, das ist die Frage. Oder sollte es vielmehr heißen: Geld und Leben? In diesem Heft geht es ums Haben. Um die Finanzen. Ums Lebensmittel Geld. Es ist eines der globalen Kommunikationsmittel: Wer nicht zahlen kann, hat nichts mitzureden – eine Kulturgeschichte des Geldes zeigt auf, welche soziale Bedeutung Münzen und Scheine haben. Weil das so ist, gibt es eine Menge Fragen: Warum sollen wir uns an unserem Einkommen und den Möglichkeiten des Geldes nicht freuen? Kann denn Börse Sünde sein? Warum tun wir uns mit den Alternativen zum Kapitalismus, wie er sich uns gegenwärtig zeigt, so schwer? Wie lebt es sich mit dem franziskanischen Armutsideal und wie sieht ein Leben ganz ohne Geld aus? Dass der innere Reichtum auch nicht vergessen werden sollte, dass Neid und Geiz uns im Leben blockieren können – dafür haben wir ein gutes Gefühl. Folgen wir ihm? Und zuletzt wird davon zu lesen sein – wie es ist, wenn man einmal Millionär war und sich dafür entscheidet, alles wegzugeben. Geld oder Leben? Das ist die Frage!

Ein gelungenes EXTRA, das sich hervorragend auch als Geschenk eignet!

 

Wertvolle TV-Abende mit ARTE

Wenn Qualität auf Zuschauer trifft

»Mut in den Zeiten der Angst« lautet der Themenabend bei ARTE, der am 2.5. um 20:15 Uhr beginnt. Im Mittelpunkt stehen Gläubige, die sich dem Nazi-System widersetzten und Menschen vor dem Tod zu retten versuchten. Um 21:55 Uhr dann der preisgekrönte Film »Der neunte Tag« von Volker Schlöndorff über den widerständigen Priester Henri Kremer, der sich auch kritisch mit der Haltung der katholischen Kirche zum Nationalsozialismus auseinandersetzt.

Bereits am 4.5. folgt mit »Tatort Familie – Inzest« ein Themenabend, der den Blick in der Debatte über übergriffige Pädagogen und Priester auf den Haupttatort unserer Gesellschaft lenkt. Im ersten Teil berichten Betroffene, Opfer, Mitschuldige und Zeugen zwischen 23 und 60 Jahren von ihren bedrückenden Erfahrungen. Am 22.5. um 20:15 Uhr die sehenswerte Geschichts-Dokumentation »Die Geliebte des Papstes« über Papst Alexander VI. aus dem Geschlecht der Borgia im 16. Jahrhundert.

In Erstausstrahlung am 25.5. zum 24. Jahrestag des GAU in Tschernobyl ein Themenabend über die »Bedrohte Vielfalt«, der dokumentiert, wie widersprüchlich die Erkenntnisse der Forscher und wie waghalsig die Entscheidungen der Politiker und Manager sind.

 

Texte zur Kirchenreform

Kirchensteuer und Mitgliedschaft

»Taufe, Kirchensteuer, Mitgliedschaft und Gemeindeleben« – so lautet der Titel einer Broschüre, die Axel Denecke und Karl Martin zusammengestellt haben. Für die Diskussionen auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) München am 14. Mai 2010 in Kooperation mit dem Aktionskreis Halle (AKH), AMOS – Verein zur Förderung interkultureller, interreligiöser und sozialpolitischer Bildung, D.A.V.I.D. gegen Mobbing in der evangelischen Kirche e. V., Dietrich-Bonhoeffer-Verein (dbv), Laienverantwortung Regensburg e.V., Netzwerk Kirchenreform, Verein zur Umwidmung von Kirchensteuern und Publik Forum.

Die Broschüre umfasst die jüngsten Äußerungen des Vatikans zum Kirchenaustritt (der Körperschaftsaustritt vor staatlichen Stellen ist noch kein Kirchenaustritt im kirchenrechtlichen Sinn) sowie den Rechtsstreit um den Kirchenaustritt des katholischen Kirchenrechtlers Prof. Dr. Hartmut Zapp. Während die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland sich gegen eine Aufweichung des Kirchensteuersystems wehren, beginnen die Schweizer Kirchen sich darauf einzustellen, dass es eine Kirchenmitgliedschaft auch ohne Beteiligung am Kirchensteuereinzugsverfahren geben kann. Das Drei-Säulen-Modell des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins (dbv) beschreibt, wie in Zukunft die veränderten Elemente einer Kirchenfinanzierung aussehen könnten.

Vor und während des ÖKT ermäßigt 5 EUR,
danach 7,50 EUR
, Bestell-Nr.: 8466
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

Zum gleichen Thema gibt es in der Publik-Forum-Edition:

KARL MARTIN (HG.):
Abschied von der Kirchensteuer
Plädoyer für ein demokratisches Modell


Die Unzufriedenheit mit dem deutschen Kirchensteuersystem ist groß. Doch wer darüber offen spricht, verletzt ein Tabu in Deutschland. Denn wer diese Steuer nicht zahlt, gehört nicht mehr zur Kirche, jedenfalls in Deutschland. Und wer gegen das staatliche Inkasso der Kirchensteuer argumentiert, wird in die Ecke gestellt. Dies alles geschieht, obwohl nach kirchlicher Lehre allein die Taufe die Kirchenmitgliedschaft begründet. Es ist ein Unding, dass die Kirchen es hinnehmen, dass der Austritt aus der Kirche nur durch eine Erklärung gegenüber staatlichen Behörden vollzogen werden kann. Was stattdessen sein könnte, dazu legt der Dietrich-Bonhoeffer-Verein seinen brisanten Reformvorschlag zur Diskussion vor.

176 Seiten, Publik-Forum Edition; 12,80 EUR, Bestell-Nr. 2681
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Wer den Vatikan steuert

Reaktionäre Männerclique am Drücker

Was in diesem Buch steht, bestätigt entweder Ihre Vorbehalte gegenüber der katholischen Kirche oder Sie mögen es gar nicht glauben. Und doch ist es so: Die jahrzehntelange und gegenwärtige Strategie der katholischen Kirche im Umgang mit Missbrauch und Misshandlung durch ihre Priester bleibt unerklärlich, wenn man nicht hinter die Mauern des Vatikans schaut. Denn in der Tat handelt es sich beim Vertuschen, Hinhalten, Herunterspielen und bei der Medienschelte um Elemente einer Gesamtstrategie. Seit dem reformfreudigen Zweiten Vatikanischen Konzil Mitte der 1960er-Jahre hat sich ein reformunwilliges, reaktionäres und rechthaberisches Netzwerk in der Kirche etabliert. Es will vor das Konzil zurück, will maximalen Einfluss auf die Gesellschaften in der Welt haben sowie andere Religionen und Konfessionen dominieren. Und Papst Benedikt ist der Repräsentant dieses Netzwerkes, das aus vielen Teil-Netzwerken und teilweise abartigen Praktiken besteht. Unglaublich?

Das neue Buch »Im Namen des Heiligen Vaters« vom Vatikan-Kenner, Journalisten und Autor Hanspeter Oschwald klärt nicht nur darüber auf, »wie fundamentalistische Mächte den Vatikan steuern«. Vielmehr belegt es auch die Einstellungen, Ereignisse und Praktiken, was einer mehr als vierzigjährigen gründlichen Recherchearbeit zu verdanken ist. Konstruiert Oschwald eine Verschwörungstheorie, wenn undurchsichtige oder zufällige Ereignisse in eine Richtung weisen? Mitnichten. Seit mehr als vierzig Jahren werden klare Entscheidungen getroffen, eine richtungweisende Personalpolitik betrieben, eine Glaubens- und Morallehre sowie bestimmte Kreise, Institutionen und Personen bevorzugt, die im Ergebnis katholischen Fundamentalismus, moralische Arroganz und frömmelnden Traditionalismus erzeugen. Oschwald nennt nicht nur Ross und Reiter. Er entwickelt die Kriterien für eine Beurteilung der vatikanisch-katholischen Vorgänge, beschreibt auch für Außenstehende die Seilschaften und Machtprozesse und dürfte selbst für katholische Kirchgänger eine Menge neuer Informationen vermitteln. Das Buch ist eine notwendige Abrechnung mit einer klerikalen Machtclique, die einen unerträglichen Kirchensumpf erzeugt hat. Norbert Copray

HANSPETER OSCHWALD:
Im Namen des Heiligen Vaters
Wie fundamentalistische Mächte den Vatikan steuern


384 Seiten, Heyne-Verlag; 19,95 EUR, Bestell-Nr. 8460
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Geistvolle Impulse

Daheim zu finden?

In unserem tiefen Innern
will Gott bei uns sein.
Wenn er uns nur daheim findet
und die Seele nicht ausgegangen ist
mit den fünf Sinnen.

Meister Eckart

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verantwortlich für den Newsletter: Dr. Norbert Copray (nc; v.i.s.d.P.)

Publik-Forum Verlagsgesellschaft mbH
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Geschäftsführer: Richard Bähr
Amtsgericht Bad Homburg v. d. H., Handelsregister-Nr. HRB 3605
Redaktionsschluss: 28.4.2010
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