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Newsletter 2/2010 vom 18.03.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen der aktuellen Haushaltsdebatte des Deutschen Bundestages hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Katze aus dem Sack gelassen. Sie kündigte den Bundesbürgern harte Zeiten an: »Wir werden schwierige Sparmaßnahmen vor uns haben«, um das strukturelle Haushaltsdefizit in den Jahren 2011 bis 2015 in den Griff zu bekommen. Der angekündigte »harte Sparkurs« wird einschneidend sein.

Während in vielen Banken schon seit letztem Jahr wieder glänzende Geschäfte gemacht, hohe Gehälter und Boni ausgezahlt werden, wird den Bundesbürgern die Zeche für die Finanz- und Wirtschaftskrise angekündigt. Dabei zahlen bereits viele Menschen mit prekären Arbeitsverhältnissen die Zeche, die dem Motto von Kanzlerin und Vizekanzler Guido Westerwelle: »Leistung muss sich wieder lohnen«, blanken Hohn spricht.

Wo bleiben eigentlich die versprochenen Regulierungen des Finanzwesens? Wo bleiben die Verbote für bestimmte Finanzprodukte wie Leerverkäufe, die die Krise substanziell mit ausgelöst haben? Wo bleibt die Besteuerung von spekulativen Finanztransaktionen durch eine Transaktionssteuer, die Geld in die Kassen spülen würde? Wo bleibt eine Verschärfung der Haftungsregeln für verantwortliche Manager, um sie von zu hohen Risiken abzuhalten? Zwei Jahre Nichtstun ist keine stolze Leistung.

Sparmaßnahmen, die alle Bürger, vor allem die immer wieder von der Koalition gerühmte Mitte, treffen würden, während Hotelbesitzern und anderen gut verdienenden Sondergruppen Steuervorteile und Subventionen eingeräumt oder erhalten werden, sind eine Schande. Eine Schande für eine Marktwirtschaft, die ihren Anspruch, eine soziale zu sein, schon seit geraumer Zeit aufgegeben hat. Wer die Zeche zahlen muss, wird besonders darauf achten, ob die Gewinner der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders zur Kasse gebeten werden. Wenn das nicht der Fall ist, wird die Politik ihre Legitimation verlieren. Und die entsetzten Bürger demokratiekritischer machen. Ein fataler Weg.

Mit besten Grüßen
Norbert Copray
Herausgeber

PS: Publik-Forum ist völlig unabhängig. Rund 1 100 Leser und Leserinnen tragen es in der Form der Leserinitiative Publik e. V., inzwischen eine Seltenheit in der Verlags- und Zeitungsbranche. Dafür können wir uns die Freiheit nehmen, offen, kritisch und eigenständig unsere Meinung zu sagen. Und da bitten wir Sie um Ihr Urteil:

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Geschlossene Gesellschaften

Unter einer Glocke gedeiht nicht nur Gutes

Persönliche Nachteile in unverändertem Ausmaß für weibliche Soldaten und Homosexuelle in der Bundeswehr. Diskriminierung bleibt dort ein großes Problem. Belästigungen und Übergriffe. Missbrauch in kirchlichen, pädagogischen und sozialen Einrichtungen. Mobbing im hessischen Finanzwesen gegen Steuerfahnder. Rechtsstrittige Versetzungen in den einstweiligen Ruhestand im Bundesverteidigungsministerium und im hessischen Ministerium des Innern.

Diesen Situationen ist gemeinsam, dass es um Organisationen geht, die einen starken Corpsgeist aufweisen. Corpsgeist meint den gemeinsamen Geist und den inneren Zusammenhalt einer Gruppe oder Gemeinschaft, die sich zugleich nach außen abschottet. Kritik gilt als Nestbeschmutzung. Daher haben Gruppierungen und Organisationen mit Corpsgeist keine Kraft zur Selbstreinigung. Es fehlt ein großes Fenster zur Öffentlichkeit. Was diese nicht – meist zufällig – erfährt, wird auch nicht bekannt. Die Organisation führt ein Eigenleben. Eine moderne Form der Parallelgesellschaft. Deshalb sind undemokratische Organisationen dafür sehr anfällig: Kirchen, Militär, Polizei, Schulen, Unternehmen.

Zu Recht entzündet sich mittlerweile die Kritik an der zaudernden Selbstaufklärung und -reinigung der Organisationen, an ihrer mangelhaften demokratischen Kontrolle und ihrem Hang zur Abwehr, zum Gegenangriff und zur Vertuschung. Das wird sich nur ändern, wenn es öffentlich und gesetzlich erzwungen wird. Hellhörig muss machen, wenn der Chef der Senioren-Union, Otto Wulff, im vorletzten Monat forderte: »Wir brauchen wieder diesen Corpsgeist, der uns als CDU immer ausgezeichnet und stark gemacht hat.« Ärgerlich muss machen, wenn Opfer von Missbrauch und Diskriminierung der Täterschaft bezichtigt werden und geschlossene Gesellschaften mit starkem Corpsgeist Kritik an ihrem Verhalten empörend finden. Es wird sich nichts ändern, wenn Politik und Gesellschaft nicht den Rechtsschutz von Menschen stärken, die illegale und unethische Praktiken aufdecken. Und wenn nicht von den Organisationen unabhängige Stellen vom Staat beauftragt und bezuschusst werden, die Opfern als Ansprechpartner beratend zur Seite stehen. Norbert Copray

 

Ökumenischer Kirchentag 2010

Publik-Forum in München vielfach präsent

Sieben Vorschläge hatte die Leserinitiative Publik e. V. für das Programm des Ökumenischen Kirchentags in München (12.-16. Mai 2010) eingereicht. Alle wurden abgelehnt – bis auf eine Veranstaltung von 90 Minuten, für die der gemeinnützige Trägerverein von Publik-Forum über 3 000 EUR hätte bezahlen müssen. Wir haben uns daher entschieden, das offizielle Kirchentagsprogramm mit eigenen Veranstaltungen zu ergänzen, und mieten für anderthalb Tage den Hörsaal 1200 in der TU München, Arcisstr. 21, an.

Dort wird u. a. am Freitag, 14. Mai, 14 Uhr, Dr. Eugen Drewermann sprechen zum Thema »Was würde Jesus dazu sagen?«, abends gibt es eine Debatte über »Alternativen im oder zum Kapitalismus?« u. a. mit Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach, Jutta Sundermann (attac) und Publik-Forum-Chefredakteur Dr. Wolfgang Kessler.

Am Samstag, 15. Mai, geht es am gleichen Ort u. a. um die Themen »Sexualisierte Gewalt hinter Kirchenmauern« (11 Uhr, moderiert von Publik-Forum-Redakteurin Britta Baas), »Dorothee Sölles politische Theologie – Auftrag für morgen« (14 Uhr, u. a. mit Prof. Dr. Luise Schottroff, Renate Wind und Publik-Forum-Redakteur Dr. Thomas Seiterich) und »Ökumene light? Was beim Kirchentag nicht auf der Agenda steht« (17.30 Uhr, u.a. mit Prof. Dr. Fulbert Steffensky, Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach und Britta Baas).

Im offiziellen Programm des Kirchentags finden sich weitere Veranstaltungen, bei denen Menschen von Publik-Forum auf Podien oder in der Moderation mitwirken:
  • Donnerstag, 13. Mai, 14 Uhr, »Geh und verkündige – Nachfragen an den Platz von Frauen in den Kirchen« u. a. mit Dr. Brigitte Enzner-Probst (München) und Britta Baas in St. Johann Baptist, Haidhausen (S. 305)
  • Donnerstag, 13. Mai, 16 Uhr, »Christen und Kirchen in der globalen Krise. Reichtum und Armut? Gerechtigkeit!« u. a. mit Prof. Dr. Jon Sobrino SJ (El Salvador), Prof. Dr. Clarita Müller-Plantenberg (Berlin) und Dr. Wolfgang Kessler im ICM Saal 13, Messegelände (S. 100)
  • Freitag, 14. Mai, 11 Uhr, »Forum Streitpunkt Kirchensteuer« u. a. mit Prof. Dr. Axel Denecke (Hannover) und Dr. Magdalene Bußmann (Vorstand der Leserinitiative Publik e. V.) in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche (S. 575)
  • Freitag, 14. Mai, 14 Uhr, »Arme Menschen gibt's hier nicht. Eine Befreiungstheologie für Europa« u. a. mit Pfr. Norbert Arntz (Kleve), Peter Bürger (Publik-Forum-Buchautor) und Dr. Thomas Seiterich in St. Markus (S. 237)
  • Samstag, 15. Mai, 11 Uhr, »Auswirkungen der Finanzkrise auf Entwicklungsländer« u. a. mit Dr. Wolfgang Kessler, Oscar Kardinal Rodriguez Maradiaga (Honduras) und Antje Schneeweiß (Publik-Forum-Buchautorin) im Audimax der TU München (S. 116)
  • Samstag, 15. Mai, 14 Uhr, »Versöhnte Verschiedenheit. Zukunftsprojekt Ökumenische Ekklesiologie«, ein Podium u. a. mit Prof. Dr. Johannes Brosseder (Köln), Dr. Heiner Geißler und Thomas Wystrach (Referent der Leserinitiative Publik e. V.) in St. Markus (S. 242)
Auf der »Medienmeile« im Messegelände (B3 M30) und in der Kirchentagsbuchhandlung (Halle B4) ist Publik-Forum mit Ständen vertreten. Die Leserinitiative Publik e. V. hat ihren Stand auf der »Agora« im Messegelände (A6 A11). Ausführliche Infos zum Ökumenischen Kirchentag gibt es demnächst in Publik-Forum, auf unserer Website und in unserem nächsten Newsletter.

 

Theologische Meditation

Was geschieht mit uns im Tod?

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Was geschieht mit unserem Leben, mit unserem Ich, mit unserer ganzen Person, wenn wir gestorben sind? Diese Fragen rühren an das Innerste in jedem Menschen. Sie lassen sich auf die Dauer niemals verdrängen.

Gerhard Lohfink, der bekannte Neutestamentler, versteht es meisterhaft, die christliche Botschaft vom ewigen Leben dem Menschen von heute nahezubringen. Einfühlsam und für den kritisch Denkenden nachvollziehbar meditiert er Voraussetzungen und Konsequenzen der biblischen Grundeinsicht, dass der Tod im Leben des Menschen nicht das letzte Wort hat. Es geht in diesem Buch ausschließlich um das Erlebnis der Begegnung mit Gott im Tod. Durch diese Konfrontation des Lebens mit der Absolutheit des Todes entsteht eine Spannung, die den Leser bis zur letzten Seite in den Bann zieht.

Ein Buch, das in tröstlicher Weise den eigenen Tod und den Tod lieber Menschen anzunehmen hilft. Ein Buch, das uns ermutigt, gelassen dem Tod entgegenzugehen, weil uns hinter ihm einer erwartet, der uns vorausgegangen ist: Jesus Christus, der Auferstandene. Daher beginnt das Buch mit der Ostererfahrung der Jünger auf dem Weg nach Emmaus, die auch für uns Schlüssel zu einer Ostererfahrung werden kann.

GERHARD LOHFINK
Der Tod ist nicht das letzte Wort
Verlag der action 365. 64 Seiten. Hardcover. 9,90 EUR
Das Buch können Sie hier oder per E-Mail an verlag@action365.de bestellen.

 

Macht

Wie es zum Heucheln kommt

Macht Macht heuchlerisch? Das jedenfalls belegen Beobachtungen, Analysen und Experimente in der Wirtschaftsforschung, auf die sich Adam Galinsky, Ökonomie-Professor an der Kolleg School of Management der Northwestern-Universität in Evanston/Illinois bezieht. Seine These: Wer das Gefühl hat, seine Machtposition zu Recht innezuhaben, neigt eher zum Heucheln. So fordern beispielsweise Manager von ihren Mitarbeitern in Krisenzeiten Gehaltskürzungen, bestehen aber selbst trotz Krise auf Boniauszahlungen in voller Höhe. Je mehr Macht Menschen haben und spüren, desto stärker fühlen sie sich im Recht, ohne Rücksicht auf moralische Standards eigene Bedürfnisse auszuleben.

Der Ex-Präsident des Schweizer Art Directors Club und heutige Bestsellerautor Martin Suter sieht im Wohlergehen eines Unternehmens nur das Abfallprodukt des Karrierestrebens von Managern. Die Fixierung auf den Shareholder Value hat Manager auf reine Kostenreduktion geprägt, denn damit sind Erträge am leichtesten zu steigern. Und Kostenreduktion heißt, Mitarbeiter entlasten, Ressourcen verknappen, Arbeit verdichten. So sind laut Suter Leute in Führungspositionen gekommen und reich geworden ohne jegliche soziale Kompetenz. Spezialisten der Geldvermehrung, die den sozialen, menschlichen und kulturellen Anforderungen nicht wirklich gewachsen scheinen.

Wenn Manager macht- und geldfixiert sind, ist für Fairness kein Platz. Denn alles andere wird dem eigenen Machterhalt, der eigenen Bedürfnisverwirklichung und der eigenen Geldvermehrung mit kostenreduzierender Renditesteigerung untergeordnet. In solchen Kontexten verkommt Fairness zur reinen Marketingmasche, wenn sie überhaupt Erwähnung findet. Was meist nicht der Fall ist. Norbert Copray

 

Gerechtigkeit

Armes reiches Europa

Die Europäische Union ist gespalten: In einen reichen Westen und einen armen Osten. Diese Spaltung zu überwinden ist das Ziel der 35 kirchlichen Herausgeber des neuen Jahrbuchs Gerechtigkeit.

Das Buch belegt die riesige Kluft zwischen Arm und Reich in Europa mit zahlreichen Schaubildern. Namhafte Autorinnen und Autoren beleuchten die Lage mit 25 »Zwischenrufen«. Und zeigen vor allem ein Problem auf: Unternehmen nutzen die osteuropäischen Länder als Billiglohnparadies – und höhlen dadurch die Sozialstandards der alten EU-Mitgliedsländer aus.

Das Jahrbuch Gerechtigkeit macht deutlich: Soziale Gerechtigkeit lässt sich in der Europäischen Union erst erreichen, wenn die Integration nicht nur wirtschaftlich verstanden wird, sondern auch sozial, wenn Brüssel nicht nur den freien Verkehr von Kapital und Arbeit fördert, sondern auch die Armut bekämpft. Dafür treten die 25 kirchlichen Herausgeber des Jahrbuches Gerechtigkeit IV ein.

Ein wichtiges Buch zu einem unbequemen Thema.

KIRCHLICHER HERAUSGEBERKREIS JAHRBUCH GERECHTIGKEIT
Armes reiches Europa
Die neue Spaltung von Ost und West überwinden
Jahrbuch Gerechtigkeit IV

Das Buch erscheint Ende März 2010

256 Seiten, Publik-Forum-Edition; 14,90 EUR, Bestell-Nr. 2906
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Fortbildung

Fairness-Coach

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Für Coaches, Trainer, Therapeuten und Seelsorger bietet sich eine Fortbildung zum zertifizierten Fairness-Coach & -Trainer durch die Fairness-Stiftung an. Auf diese Weise wird die eigene Fairness-Kompetenz vorangebracht, die eigene Tätigkeit professionell und methodisch nach dem Fairness-Prinzip ausgerichtet. Mehr Information gibt es im Fortbildungsprospekt, der gerne zugeschickt wird.

 

Gründungsredakteur verabschiedet

Harald Pawlowski geht in den Unruhestand

Der langjährige Gründungsredakteur und spätere Herausgeber von Publik-Forum, Harald Pawlowski, wurde anlässlich seines 80. Geburtstages am 7. März mit einer großen Matinee in Frankfurt am Main verabschiedet. Zugleich wurde er zum Ehren-Herausgeber auf Lebenszeit ernannt.


Der Trägerverein von Publik-Forum, die Leserinitiative Publik e. V., der Verlag, die Herausgeber und die Redaktion würdigten Harald Pawlowski als einen ungemein engagierten, gesellschafts- und kirchenkritischen Redakteur und Herausgeber, der in seiner Arbeit dem Traum von einer gerechten Gesellschaft und einer jesuanischen Kirche verpflichtet war und ist.

Daher statteten alle einen herzlichen Dank an Harald Pawlowski ab, der in einer Podiumsdiskussion während der Matinee mit dem Sozialethiker Friedhelm Hengsbach und dem TV-Moderator und -Journalisten Franz Alt sein Engagement mit Herz und Verstand unter Beweis stellte.

 

Sexualität und Macht

Ein Bischof schreibt Klartext

Der australische Bischof Geoffrey Robinson distanziert sich deutlich von der überkommenen Sexualmoral. Er sieht in ihr, vor allem aber in der Konstruktion und im Machtgebaren der katholischen Kirche die Wurzeln für emotionalen und sexuellen Missbrauch in der Kirche. Am Anfang steht der Machtmissbrauch. Und deshalb entwirft er nach seiner Kirchenmachtkritik Perspektiven für eine andere, für eine christliche Kirche.

Sein Buch »Macht, Sexualität und die katholische Kirche« wird von Publik-Forum in Zusammenarbeit mit der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche erstmalig in deutscher Sprache herausgebracht. Für Bischof Robinson steht eine Generalrevision an. Entscheidende Kriterien dabei sind die Liebe und die Nähe zum Evangelium. Die Treue zur Person und Botschaft Jesu hat für ihn einen ungleich höheren Stellenwert als die Bindung an überkommene kirchliche Lehrmeinungen.

Die australische Bischofskonferenz distanzierte sich von Alt-Bischof Geoffrey Robinson, weil er nicht anerkenne, »dass das kirchliche Lehramt die Wahrheit verbindlich im Namen Christi« lehrt. In einem Statement warnt die australische Bischofskonferenz vor den »lehrmäßigen Schwierigkeiten« des Bischofs. Das Buch wird auch in Deutschland für Diskussionen sorgen. Es erscheint im Mai 2010. Sie können es hier vorbestellen und erhalten es sofort am Erscheinungstag.

GEOFFREY ROBINSON
Macht, Sexualität und die katholische Kirche
Die von Bischof Robinson geforderte Generalrevision
Eine Konfrontation


Das Buch erscheint im Mai 2010

272 Seiten, Publik-Forum-Edition; 16,80 EUR, Bestell-Nr. 2901
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Gleichgültigkeit

Das ist mir doch egal

Gleichgültigkeit ist das größte Laster unserer Zeit, die zivilisierte Form der Rohheit, schreibt die lettische Dichterin Zenta Maurina in ihrem Werk »Um des Menschen willen«. Und es könnte einem angst und bange werden, wenn in zeitgenössischen Diagnosen über den Zustand der Gesellschaft eine zunehmende »Vergleichgültigung« unter den Menschen festgestellt wird. Unter dem Stichwort »Verantwortungsgesellschaft« mahnen denn auch die Autoren in diesem EXTRA, Augen und Ohren nicht zu verschließen, wenn in unserer unmittelbaren Nähe Unmenschliches geschieht.

Was richtet sie an, die Gleichgültigkeit, die in dem schrecklich leeren Wort: »Ist mir egal!« ihren Ausdruck findet? »Nicht Hass ist das Gegenteil von Liebe, sondern Gleichgültigkeit«, sagt der Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel. Mit der kraftlosen Gleichgültigkeit fängt das Unglück in der Welt an. Das lauwarme Gefühl, das sich weder zu einem Ja noch zu einem Nein aufraffen will, setzt am Ende alles Menschliche dem Kältetod aus. In der biblischen Apokalypse rechnet der Autor mit einer christlichen Gemeinde ab: »Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.«

Es gibt auch eine gute Nachricht in diesem EXTRA: Der Mensch ist von Natur aus nicht gleichgültig, das zumindest behaupten Psychologen. Und wenn er sich gleichgültig zeigt, so kann dies Ausdruck von Überforderung sein. Wem alles zu viel ist, dem wird schnell alles egal. Gleichgültigkeit dient auch als Schutz. Denn wer die Flut von Leid ganz ungefiltert in seine Gefühle aufnimmt, der versinkt in der eigenen Betroffenheit. Am Ende herrschen Rat- und Hilflosigkeit.

Ein Blick in die Geschichte der Philosophie belegt, dass schon in der Antike die Auseinandersetzung mit der Gleichgültigkeit eine bedeutende Rolle spielte und ebenso die Fragen: Was ist mir wichtig im Leben und was lasse ich außer Acht? Wie bedeutend beziehungsweise wie gleichgültig bin ich mir selbst und sind mir all die anderen im kleinen wie im großen Spiel dieser Welt? Welche Rolle nehme ich mir dabei heraus?

Sich diesen Fragen zu stellen, das ist die eigentliche Herausforderung des modernen Menschen in einer immer komplexer werdenden Welt. Es sind auch die Fragen, denen wir uns in diesem EXTRA stellen. Weil uns die Welt, in der wir leben, nicht gleichgültig ist. Doris Weber

Ein gelungenes EXTRA. Schauen Sie doch mal in die Inhaltsübersicht.

Warum nicht das EXTRA gleich probelesen oder abonnieren?

 

Ärger mit Anrufen

Die Regulierungsbehörde hilft

Die Bundesnetzagentur verfolgt unerlaubte Telefonwerbung, Spam per Mail oder Fax, Ping-Anrufe, fehlende Preisangaben, Dialer-Gebrauch, SMS-Missbrauch usw. besonders konsequent. Wenn Sie davon gezielt Gebrauch machen wollen, finden Sie hier alle Informationen und Beschwerdeformulare zu verschiedenen Verstößen gegen das Verbraucherschutzgesetz und gegen Rufnummernmissbrauch. Umfassend auch die Information zu diversen Formen des Rufnummernmissbrauchs und was man dagegen tun kann. Unerlaubte Telefonwerbung können Sie bei der Bundesnetzagentur auch hier eintragen.

 

Dossier

Wie man zum christlichen Glauben kommt

Für etliche ist es unverständlich, wenn Menschen an ihrem christlichen Glauben festhalten, ohne fundamentalistisch und ohne verbohrt zu sein. Anderen ist es unverständlich, wie man wieder zum christlichen Glauben kommen kann, wenn man sich vorher schon von ihm losgesagt hatte. Und wieder anderen ist es unplausibel, wie man überhaupt zum christlichen Glauben kommt – obwohl sie sich gern annähern würden.

Das neue Dossier »Lebenswende. Wie Menschen zum christlichen Glauben finden« wartet auf 16 Seiten mit Lebensberichten, Erfahrungen, Hintergrundinformationen und Impulsen von Michael Herbst, Peter Eicher, Hartmut Meesmann, Renate und Reinhard Höppner zum Thema auf. Das schön gestaltete Dossier ist für zwei Euro zu haben – auch mit Mengenrabatt.

PUBLIK-FORUM DOSSIER
Lebenswende
Wie Menschen zum christlichen Glauben finden


16 Seiten, Publik-Forum; 2 EUR, Bestell-Nr. 2907
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Warum der Zweifel wichtig ist

Geistige Ansteckung durch Pluralität

Peter Berger und Anton Zijderveld gehen in diesem »Buch des Monats« von der These aus, dass die Moderne nicht zur Säkularisierung, sondern zur Pluralität von religiösen, ethischen und weltanschaulichen Ansichten führt: »Die Moderne pluralisiert«. Sie vermeiden den Begriff Relativismus, weil der Ismus aus einer Entwicklung eine Ideologie mache, die man dann vertreten oder bekämpfen muss. Die Modernisierung weicht die Institutionen auf und versetzt den Menschen mehr als je zuvor in die Qual der Wahl.

Sofern Modernisierung Pluralität erzeugt und damit auch religiöse Pluralität in jedem Einzelnen, entstehen daraus Herausforderungen. Sie erscheinen den Autoren im Fall der moralischen Pluralität noch viel größer als auf dem Gebiet der religiösen. Die Relativierung des einzelnen Standpunkts ist dabei unvermeidlich. Doch zu vermeiden ist der Relativismus ebenso wie der Fundamentalismus, weil beide den menschlichen, demokratischen und den religiösen Fortschritt, sofern es ihn gibt, gefährden.

Dabei spielt der Zweifel eine entscheidende Rolle. Er soll allerdings weder ein zynischer noch ein rein methodischer Zweifel sein, der um des Zweifelns willen zweifelt. Der Zweifel sorgt zwischen Wissen und Glauben für eine stammelnde Art von Wissen und Glauben, sodass Gläubige dieser Art nicht zu den fraglos Glaubenden fundamentalistischer Spielarten gehören. Ein Glaube, der sich Zweifel nicht leistet, ist wenig überzeugend, weil er zur Ideologie verhärtet ist. Wer sich der notwendigen Verstandesmitarbeit bei der Lektüre des Buches stellt, bekommt bleibenden Denkstoff. Norbert Copray

PETER L. BERGER/ANTON ZIJDERVELD
Lob des Zweifels
Was ein überzeugender Glaube braucht


180 Seiten, Kreuz-Verlag; 16,95 EUR, Bestell-Nr.: 8441
Zu bestellen über Publik-Forum-Shop

 

Geistvolle Impulse

Lebensfreude

Lebensfreude und das Offensein für andere Menschen
kommen aus einem zufriedenen Herzen.
Sitze ruhig da und atme gleichmäßig.

Spüre die Lebenskraft in dir
und öffne langsam dein Herz.
So wird dein Geist klar
und du kommst dem Erwachen näher.

Jeden Morgen werden wir neu geboren,
jeder Tag ist uns ein Geschenk.
Es kommt darauf an,
was wir aus diesem Geschenk machen.

Nach: Digha Nikaya II, 104 (Sammlung längerer Lehrreden Buddhas)

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verantwortlich für den Newsletter: Dr. Norbert Copray (nc; v.i.s.d.P.)

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Geschäftsführer: Richard Bähr
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Redaktionsschluss: 17.3.2010
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